Interstitielle Zystitis: Chronische Blasenerkrankung

Über 400.000 Frauen sind in Deutschland betroffen.

Symptome

Häufiges Wasserlassen (15 – 60 Mal)

Schmerzen beim Wasserlassen

Schwierigkeiten bei der Blasenentleerung

Schmerzen im Unterleib

Behandlung

Zum Schutz der Blase

Schmerzmittel

Beruhigungsmittel

Antidepressiva

Selbsthilfe & Hilfsmittel

Umstellung der Ernährung

Bewegung und Training

Manuelle Therapie

Homöopathie

ISK

ICA e.V.

 

Interstitielle Zystitis

Andauernder Harndrang, stechende Schmerzen in Unterleib und Blase und dies über Jahre hinweg. Die Betroffenen sind Dauergäste bei ihren Ärzten und doch kann Ihnen vielfach niemand helfen.

Die Interstitielle Cystitis zählt zu den „seltenen Erkrankungen“, dennoch gibt es in Deutschland allein ca. 25.000 Betroffene. Die Interstitielle Cystitis (IC) ist auch in Arztkreisen noch weitestgehend unbekannt und wird zu spät oder gar nicht diagnostiziert. Nach umfangreichen Untersuchungen erfolgt die Diagnose letztlich nur durch das Ausschlussverfahren. Der schweren Erkrankung wird keine rechte Bedeutung beigemessen, sie ist bis heute weder genauer erforscht noch heilbar.

Symptome

Die Symptome der IC entsprechen zunächst denen einer bakteriellen Blasenentzündung: Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen im Unterleib. Allerdings treten die Symptome in einer noch höheren Intensität auf, was die Lebensqualität erheblich mindert. Bis zu 60 Toilettengänge am Tag mit minimalen Urinmengen und starken Schmerzen sind keine Seltenheit.

Auch wenn es noch keine zielgerichtete Therapie gibt, so ist man sich heute einig, dass die Ursache der Symptome wohl in einer geschädigten Blasenschutzschicht liegen. Die (chronische) Entzündung rührt nicht von Bakterien, sondern von Veränderungen der Blasenschleimhaut her. Unter normalen Umständen schützt diese Schleimhaut, mit der die Blase ausgekleidet ist, das tiefer liegende Gewebe vor den Bestandteilen des Urins. Wenn nun diese innerste Schicht geschädigt ist, so können die Urinbestandteile in tiefere Schichten der Blasenwand eindringen, das Gewebe reizen und schließlich Entzündungen verursachen. Was die Schäden an der Blasenschleimhaut auslöst, ist aber nicht bekannt.

Ärzte diagnostizieren statt der IC bei Frauen häufig zunächst eine Reizblase und bei den Männern eine Prostatitis. Die Folgen für die Patienten sind schwerwiegend: Sie fühlen sich mit ihren Problemen nicht ernst genommen, verspüren dauerhaft starke Schmerzen und ziehen sich aufgrund des häufigen Toilettendrangs meist vollständig aus dem sozialen Leben zurück – von den Auswirkungen auf die Psyche ganz zu schweigen. Hinzu kommt, dass gerade der psychosomatische Aspekt von Ärzten als Vorwand genommen wird, die Patienten nicht eingehender zu diagnostizieren und der Ursache auf den Grund zu gehen.

Behandlung

Bewegung und Wärme sind bewährte Mittel zur Linderung der Schmerzen. Ausgiebiges Spazierengehen und eine Wärmflasche können häufig zu einer merklichen Verbesserung führen. Auch die passende Ernährung ist wichtig. Grundsätzlich sollten Nahrungsmittel vermieden werden, die den Urin ansäuern. Dazu gehören beispielsweise tierisches Eiweiß, Milchprodukte aber auch viele Körnerprodukte. Cola, Bier und Kaffee sollten nur in Maßen getrunken werden. Es sollte beobachtet werden, auf welche Lebensmittel man reagiert.

Die verabreichten Medikamente dienen vornehmlich der Stärkung der Blasenschutzschicht oder der Linderung der Schmerzen. Dabei werden einige Medikamente direkt in die Blase eingeführt (Instillation) oder in die betroffenen Stellen in der Blase eingespritzt. Eine schnelle Heilung stellt sich jedoch in der Regel nicht ein.

Viele Patienten spüren durch die Medikamente erst nach Monaten eine Verbesserung – einige gar nicht. Schlimmstenfalls kann es so weit kommen, dass die Blase entfernt wird und aus einem Teil des Dünndarms eine Ersatzblase (Neoblase/Conduit) erstellt wird, die durch die Bauchdecke ausgeleitet wird (Uro-Stoma). So dramatisch diese Methode auch klingt – für viele Patienten ist die Anlage eines Stomas der Wiederbeginn eines schmerzfreien, sozialen Lebens.

Hilfsmittel

Die meisten Patienten mit IC haben Probleme ihre Blase vollständig zu entleeren. Das führt zu permanenten Schmerzen und zu einer Verstärkung der Blasenschleimhautentzündung, weil der aggressive Urin ständig auf die geschädigte Blasenschleimhaut trifft. Die erste Wahl für die notwendige Restharnentleerung stellt der intermittierende Selbstkatheterismus (ISK) dar. Der Einmalkatheter wird durch die Harnröhre in die Blase vorgeschoben und somit die Blase zuverlässig entleert.

Beim ISK sind unterschiedliche Punkte wichtig. Angefangen bei der diskreten Verpackung über die einfache Anwendung bis hin zur biologisch einwandfreien Entsorgung. Jede(r) Betroffene sollte selbst entscheiden, welcher Katheter auf die individuellen Bedürfnisse am besten passt.

Der emteva® Einmalkatheter für Frauen wurde auf Basis der Anforderungen von IC-Patientinnen entworfen. Für die befragten Anwender war insbesonders ein sicherer Haltegriff und die selbstständige Kontrolle beim Urinablass wichtig, um auch im Stehen katheterisieren zu können.

Weitere Details finden Sie unter Katheter.

Selbsthilfe

Der Verein „ICA-Deutschland e. V.“ – gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis – wurde 1993 gegründet. In Europa war dies der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Die Mitglieder setzen sich aus Medizinern, Wissenschaftlern, IC-Patienten, Freunden und Förderern zusammen. Durch Spenden werden IC-Patienten mit möglichst aktuellen Informationen versorgt, die helfen, Kraft zu geben und Mut zu machen und

Aufmerksamkeit zu erzielen, um diese schwere Krankheit in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Weiterhin Hilfestellung zu geben und eine Informationsstelle für Ärzte, Wissenschaftler und Patienten zu installieren, um letztlich die Forschung nach effektiven Behandlungs- und Heilungsmethoden zu fördern.

Weitere Informationen und Hilfe rund um das Thema Interstitielle Zystitis erhalten Sie auch unter www.ica-ev.de.

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