Beckenbodenschwäche

Symptome

Plötzlich auftretender Stuhl- und Harndrang

Unfähigkeit, den Urin oder Stuhl zu halten

Druckgefühl nach unten

tiefen Beckenschmerzen

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Behandlung

physiotherapeutische Beckenbodengymnastik

Regulierung des Stuhlgangs durch entsprechende Ernährung oder Medikamente

Biofeedbackbehandlung

vaginale Pessare

Hilfsmittel & Selbsthilfe

Übungen zur Stärkung des Beckenbodens

Sportvereine, Fitnesscenter

ISK

Deutsche Kontinenz Gesellschaft

 

Beckenbodenschwäche

Ein paar Tropfen Urinverlust beim Husten oder Niesen, so fängt es meist an. Jede zehnte Frau über 40 hat diese Erfahrung bereits gemacht. Ursache für diese anfänglich leichte Inkontinenz ist meist eine Beckenbodeninsuffizienz, dem medizinischen Begriff für die Schwäche des Beckenbodens. Die Beckenbodenschwäche entsteht durch Schwangerschaft und Geburt, einer Dauerbelastung des Beckenbodens durch unphysiologisches Entleeren des Darms, chronischen Husten oder regelmäßiges schweres Heben, Übergewicht und last but not least durch Veränderungen des Bindegewebes durch Alterungsprozesse.

Symptome

Der Beckenboden schließt die Bauchhöhle nach unten ab und trägt Sorge dafür, dass die Verdauungs-, Genital- und Harnausscheidungsorgane am richtigen Platz im Körper verbleiben. Der muskuläre Beckenboden besteht aus mehreren Schichten und ist zwischen den knöchernen Strukturen des Beckens aufgespannt. Das Überdehnen des Beckenbodens oder die Störung der Nervenversorgung führen zu Veränderungen in der Haltefunktion und damit zu Lageveränderungen der Beckenorgane. Es kann in der Folge zur Absenkung des muskulären Beckenbodens und zu einem Vorfall der Beckenorgane (Uterus, Scheide, Blase, Darm) kommen. Plötzlich auftretender Stuhl- und Harndrang gepaart mit der Unfähigkeit, den Urin oder Stuhl zu halten, eine Harninkontinenz oder eine Stuhlinkontinenz für Gase, Stuhlschmieren, ein Druckgefühl nach unten bzw. eine Kombination dieser Beschwerden sind dann typische Symptome der Beckenbodenschwäche. Weiterhin kann es zu tiefen Beckenschmerzen oder Schmerzen und anderen Beeinträchtigungen beim Geschlechtsverkehr kommen. Frauen sind bedingt durch ihre Konstitution häufiger von diesen Symptomen betroffen als Männer.

Behandlung

Die richtige Befundung ist der erste und wichtigste Schritt bei der Diagnose einer Beckenbodenfunktionsstörung. Zunächst gilt es andere Ursachen für aufgetretene Symptome auszuschließen und die Art und Ausprägung der Beckenbodeninsuffizienz festzustellen. Ist eine Beckenbodenschwäche diagnostiziert, so kommen je nach Ausprägung verschiedene Therapien in Betracht. In den Anfangsstadien haben die physiotherapeutische Beckenbodengymnastik und die Regulierung des Stuhlgangs durch entsprechende Ernährung oder Medikamente den höchsten Stellenwert. Hiermit lassen sich der Beckenboden stärken und der Druck auf den Beckenboden verringern. Auch die Biofeedbackbehandlung und vaginale Pessare können erfolgreich eingesetzt werden, um den Beckenboden zu unterstützen.

Die Schwäche der Beckenbodenmuskulatur kann in vielen Fällen durch entsprechendes Training wieder behoben werden. Die Übungen verhelfen zur Entwicklung und Kontrolle der Beckenbodenmuskulatur und können selbstverständlich auch präventiv eingesetzt werden kann. Hierzu gibt es zahlreiche regionale Angebote in Sportvereinen, Fitnesszentren und über Selbsthilfegruppen.

Erst wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, sollten auch operative Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Hilfsmittel

Bei einem Blasenvorfall, dieser wird mit dem Fachbegriff Zystozele beschrieben, wölbt sich die Blase aufgrund einer Schwächung der Wand zwischen Vagina und Blase in die Vagina hinein. Dies hat in der Regel eine Störung der Blasenentleerung zur Folge. Das Wasserlassen kann erschwert sein und eine Stressinkontinenz auftreten. Häufig kommt es zur Restharnbildung, welche die Gefahr von wiederkehrenden Blasenentzündungen birgt. Oft ist dies eine Indikation für den intermittierenden Einmalkatheterismus (ISK) ist. Hierbei wird ein steriler Einmalkatheter durch die Harnröhre in die Blase vorgeschoben bis die Blase vollständig entleert ist und wird dann wieder heraus gezogen.

Der emteva® Einmalkatheter für Frauen mit seinen einzigartigen Merkmalen richtet sich an die aktive, umweltbewusste Frau. Das sichere Handling dank des angeformten Griffes und die Möglichkeit den Katheter zu verschließen, um die Blasenentleerung zu steuern machen das Produkt für einen weiten Anwenderkreis interessant. Das zu 100% kompostierbare Material hilft bei der Müllvermeidung.

Weitere Details finden Sie unter Katheter.

Selbsthilfe

Die Beckenbodenschwäche ist ein weit verbreitetes Phänomen. Dennoch ist das Thema, vor allem wenn es mit einer Inkontinenz einhergeht, für viele Betroffene noch immer mit einem Tabu belegt. Niemand spricht gerne über Beschwerden im Schambereich, aber es ist wichtig, dass man diese Schamschwelle überwindet und kompetenten Rat und Hilfe sucht. Es gibt erfolgreiche Therapiemöglichkeiten, die Lebensqualität und Würde wieder herstellen. Diese sollte man ausschöpfen.

Weitere Informationen, Hilfe und Ansprechpartner rund um das Thema Beckenbodeninsuffizienz erhalten Sie auch bei der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V..

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